Carried Interest und SFP: kritische Aspekte bei dem Steuerauskunftersuchen
Die Steuerbehörde (Steuerauskunftsersuchen Nr. 73/2026) beleuchtet zur Carried Interest-Thematik, die Einstufung von Erträgen aus SFPs, die auf einer „Zwischenebene“ zwischen einem Investmentfonds und einer seiner Portfoliogesellschaften ausgegeben und von den Fondsmanagern gezeichnet wurden, die gleichzeitig auch Anteile desselben Fonds mit verstärkten Vermögensrechten gezeichnet hatten.
Die Antwort bestätigt: für die Einstufung des Carried Interest ist die Eigenständigkeit der einzelnen Anlage maßgeblich: wenn mehrere Instrumente von denselben Managern und im Rahmen derselben Transaktion gezeichnet werden, können sie nicht als Einheit betrachtet werden, sofern sie nicht die erforderlichen materiellen Voraussetzungen erfüllen.
Der „Mitzugs-Effekt“ verschiedener Investitionen wird ausgeschlossen: Eine konforme Investition heilt weder eine andere Investition, noch qualifiziert sie diese, wenn diese nicht eigenständig die Voraussetzungen für den finanziellen Charakter der entsprechenden Erträge erfüllt.
Gesetzliche Vermutungen sind ausgeschlossen: die Bewertung ist die tatsächliche Übernahme des Risikos des Managers und die tatsächliche Angleichung der Interessen an die der Drittinvestoren zu überprüfen. Hierbei sind nicht nur die Höhe der Anlage von Bedeutung, sondern auch alle Klauseln, die das Risiko eines Kapitalverlusts neutralisieren könnten.
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Dieser Beitrag wurde für die Newsletter "Recht & Steuern" der Deutsch-Italienischen Handelskammer AHK Italien vom April 2026 von unserem Internationalen Steuerrechtsteam verfasst.
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